Unsere Welt ist eine Welt der Klänge

Im Hinduismus heißt es:
NADA BRAHMA
Gott schuf die Welt aus Klang.
In der Bibel, im 1. Buch Moses, Genesis 1.1 heißt es:
"Auf der Erde war es noch wüst und unheimlich; es war finster und Wasserfluten bedeckten alles."
Über den Wassern schwebte der Geist Gottes.
Da erhob Gott seine Stimme und befahl:
"ES WERDE...".
und unter 1.2 steht:
So entstanden Himmel und Erde und alles was lebt;
Gott hat sie geschaffen.
Gott erhob seine Stimme ......
Mit dem Klang seiner Stimme erschuf Gott die Welt...
NADA BRAHMA.

In fast allen Kulturen weltweit gibt es Vergleichbares. Klänge, in welcher Form auch immer, wahrnehmen zu können ist Grundbedürfnis fast aller Lebewesen auf der Erde. Fast alle Kreaturen haben eine Form von akustischer Kommunikation bis hin zum Gesang. Der Wunsch der Verbindung mit harmonischen Klängen ist für sehr viele Lebensformen elementar. Als Beispiel möchte ich hier nur an die gewaltigen Gesänge der Buckelwale erinnern. Und das sind keineswegs nur willkürlich aneinander gereihte Laute. Zum Vergleich: Selbst die besten Jazzmusiker der Welt schaffen es nicht, eine halbe Stunde lang frei zu improvisieren, und dann sofort im Anschluss Ton für Ton, Note für Note exakt zu wiederholen. Man hat aber schon Walgesänge von über einer Stunde Länge aufgezeichnet, die der Wal im Anschluss sofort exakt wiederholte. Und wieder und wieder und wieder. Gleich einem riesigen Mantra. Oder wie ist das für uns, wenn wir plötzlich das sehr seltene Geschenk bekommen und abends zum Beginn einer warmen Sommernacht den Gesang einer Nachtigall hören? Wer das einmal erlebt hat, vergisst es nie mehr. Es ist, als würde die ganze Natur den Atem anhalten, nur um ihr zu lauschen. Das Lied der Nachtigall berührt unser Herz. Und damit komme ich zu uns, dem Menschen.

Auch für uns Menschen ist die Fähigkeit zu hören der elementarste Sinn. Bereits 7-8 Tage nach der Befruchtung der weiblichen Eizelle, wenn der gerade mal 8-9 Millimeter kleine Embryo, der ja eigentlich zu diesem Zeitpunkt kaum mehr als ein Zellbündel ist, aus dem Eierstock in den Uterus gewandert ist, damit er dort mehr Platz finden kann, sind schon mikroskopisch kleine Ansätze von Ohren an ihm vorhanden. Und dann 4 Monate nach der Befruchtung ist das Innenohr, das eigentliche Hörorgan, das Labyrinth mit der Cochlea bereits vollständig fertig ausgebildet. Und zwar in seiner endgültigen Größe, die es bis zum Tode haben wird. Wir alle wachsen, bis wir 18 oder 19 Jahre alt sind. Wir besitzen nur ein einziges Organ, das seine endgültige Größe erreicht, lange bevor wir geboren sind: Unser Innenohr. Da ist dann ein kleines Wesen, das unbedingt hören will. Und zwar mit einer Vehemenz und Zielstrebigkeit, vor der die Wissenschaftler jedes Mal nur mit dem Kopf schütteln können. In allem ist es von der Mutter abhängig: Atem, Blutkreislauf, Ernährung, Verdauung und Reinigungsfunktion. Nur eines will es unbedingt selbst und zwar so schnell wie nur irgend möglich, ... selbstständig hören. Selbst die uns so wichtige Unterscheidung des Geschlechtes beginnt sich erst mit etwa 6 Wochen auszuprägen, aber das Gehör schon mit 7-8 Tagen. Das Ohr ist das erste Sinnesorgan, das uns zur Verfügung steht, und es ist auch das letzte, das sich im Tod abschaltet. Und auch im Leben, wenn alles seinen normalen Lauf nimmt, ist das Ohr wesentlich präziser und feinsinniger, als alle anderen Sinnesorgane. Hier ist auch die größte Dichte an Sinneszellen zu finden. In der Cochlea, der Innenohrschnecke sind es bis zu 20.000 auf einem cm2.

Und doch ist gerade in unserer westlichen Welt das Hören immer mehr in den Hintergrund gedrängt worden. Ca. 80% unserer Sinneseindrücke nehmen wir mit unseren Augen auf. Und wie es scheint, ist diese Entwicklung noch nicht zu Ende. Denn inzwischen ist es selbst bei der Musik so, dass anscheinend die Musik selber nicht mehr das Wichtigste daran ist. Immer wichtiger werden offensichtlich die Videoclips dazu. Siehe Fernsehsender wie MTV, VIVA, etc.

Und doch, allem zum Trotz, ist das elementare Bedürfnis nach harmonischen Klängen in allen Menschen vorhanden und seit Urzeiten fest verwurzelt, wenn auch bei vielen Menschen nur noch im Unterbewusstsein. Doch dieses Bedürfnis wacht bei jedem Menschen sofort wieder auf, wenn es mit diesen harmonischen Urklängen in Berührung kommt. Dem Ton eine Form zu geben und die formende Wirkung des Tons für Harmonie und Gesundheit zu nutzen ist ein Urbedürfnis des Menschen. Das ist die Triebfeder aus der in östlichen wie westlichen Kulturen Glocken entstanden sind. Sie stehen für die göttliche Dimension des Lebens. Die Schwingungen einer Glocke haben die Kraft, dem Strom der Gedanken und Emotionen Einhalt zu gebieten. Wir erfahren innere Momente der Stille. In Asien gehören auch Gongs und Klangschalen zu diesen machtvollen Klangkörpern. Klangschalen sind die ältesten davon. Ihre Existenz lässt sich zurückverfolgen, solange Menschen Metalle herstellen und bearbeiten. Und gerade die harmonischen und reinen Klänge der Klangschalen haben eine ganz besondere Wirkung auf uns Menschen. Sie berühren dieses elementare Urbedürfnis nach der Verbindung mit harmonischen Klängen in uns sofort und wecken damit ein Urvertrauen in uns, durch das wir loslassen und sehr tief entspannen können. Und genau das ist die zentrale Wirkungsweise der Klangmassage nach Peter Hess®.

Quellenverzeichnis:
Joachim-Ernst Berendt:
Nada Brahma
Vom Hören der Welt
Muscheln in meinem Ohr

Peter Hess:
Klangschalen für Gesundheit und innere Harmonie